Englische Verben werden seit geraumer Zeit mit Begeisterung ins Deutsche übernommen. Joggen, surfen, checken, abcashen, leasen, designen oder relaxen, aber auch Komplizierteres wie recyceln sind mittlerweile Teil der Alltagssprache und werden kaum noch als fremdsprachige Invasoren wahrgenommen.

Internet und Telekommunikation haben den Trend noch einmal kräftig angeheizt. Der moderne Büromensch zeigt sich up to date und übernimmt das neue Vokabular im fliegenden Wechsel – bis der nonchalante Gebrauch des Fremdländischen auf das enge  Korsett der deutschen Verbkonjugation stößt:

Hat man jetzt den Text downgeloadetdowngeloaded oder gedownloadet?

Hat der Kollege Recht, wenn er empfiehlt: „Graden Sie sich wieder mal up!“, oder kann man ihm korrekterweise entgegnen, sich besser selbst upzudaten?

Ist es besser, gebashed oder gedisst zu werden? 

Korrekt, wenn auch nicht nett: „gebasht“

 

 

 

 

 

Tatsächlich ist bei diesen Wörtern vieles im Fluss. Man denke nur an das Emailen, das bei Strenggläubigen ausschließlich mit Bindestrich (e-mailen) durchging. Mittlerweile setzt sich wie immer die Pragmatik durch: Das „e“ wird zunehmend verworfen, und so kann man heute ganz ungeniert fragen, ob etwas schon gemailt (statt „gee-mailt“) wurde.

Bei den oben angeführten anglophilen Verben ist der aktuelle Stand* derzeit so:

Man verwende Infinitivstamm + deutsche Konjugation – ohne Rücksicht auf englische Grammatik.

Beispiele:

  • Sie upgradet, er hat upgegradet; das ist upzugraden.
  • Er updatet, sie hat upgedatet; das wäre upzudaten.
  • Ich downloade, ich habe downgeloadet, der Text ist downzuloaden.
  • Du relaxt, er relaxte, er hat relaxt (nicht: relaxed).
  • Wir bloggen, wir haben gebloggt (nicht: geblogged).
  • Ich like, du likst, wir haben ihn gelikt.
  • Sie disst, disste, hat gedisst.
  • Du hast gebasht.

Trotzdem zu kompliziert?

Dann bietet sich immer noch an, auf das Gewohnte zurückzugreifen: herunterladen, auf den letzten Stand bringen, entspannen, senden, (nicht) mögen, (nicht) gefallen …

Im Zweifelsfall besser altmodisch als peinlich!

 

* Duden, Band 1, 24. Auflage; www.canoo.net