So schön die Wintersportarten sind: Darüber zu schreiben, ist mühselig. Denn wer versteht schon so leicht, warum das eine groß und auseinander-, das andere klein und zusammengeschrieben wird?

Trotzdem ein Versuch:

Mit dem „I wü schifoan“, lieber Wolfgang Ambros, ist es seit der Rechtschreibreform vorbei, denn seither gehen die SchifahrerInnen Schi fahren*, die AutofahrerInnen Auto fahren, die RadlerInnen Rad fahren, und Gertrude Jelineks Klavierspielerin hätte nach heutiger Schreibe Klavier gespielt. Diese Fügungen werden nicht in einem Wort geschrieben, heißt es dazu im Duden**, weil dem Substantiv eine eigenständige Rolle im Satz zukommt, etwa als Bezeichnung des Instruments, mit dessen Hilfe eine Handlung ausgeführt wird.

Sie bleiben also auch in den abgewandelten Formen auseinandergeschrieben:

Die Eltern beschlossen, das talentierte Kind Klavier spielen lernen zu lassen. (Steht natürlich zum Glück meist in der verkürzten Form: … Klavier lernen zu lassen.)

 

Aber, wenn das alles zusammengeschrieben wird: Warum heißt es dann eislaufen, und nicht Eis laufen? Oder kopfstehen statt Kopf stehen?

Die Erklärung: Weil das Substantiv in diesen Fällen kein selbstständiges Satzglied mehr ist oder nicht mehr in der gleichen Verwendung vorkommt**.

Aha. Am besten ist wohl, sich diese Wörter einfach einzuprägen, denn auf die Logik zu bauen, ist hier eine diffizile Sache.

 

Was ist nun mit langlaufen und lang laufen?

Beides ist richtig, bedeutet aber Unterschiedliches:

Sie ist langgelaufen heißt, dass sie mit Langlaufskiern unterwegs war.

Sie ist lang gelaufen heißt, dass sie lange Zeit gelaufen ist.

 

Und was, wenn jemand Brust schwimmt bzw. brustschwimmt oder Marathon läuft bzw. marathonläuft?

Dann würde ich empfehlen, sich diese Fragen für wärmere Zeiten aufzuheben. Für den Moment reichen die klassischen Wintersportarten vollkommen.

 

* (= Ski fahren)
**„Richtiges und gutes Deutsch“, Dudenverlag, 6. Auflage, 2007