Sprachliche Moden gibt es immer wieder.

Manche sind durchaus bereichernd, wie etwa die Hochkonjunktur des Begriffs „achtsam sein“ zeigt, der vom ursprünglichen „vorsichtig sein, aufpassen“ vor allem in der Hauptwortform „Achtsamkeit“ auf eine ungleich höhere Bedeutungsebene gehievt wurde und fast schon inflationär verwendet wird.

Manchmal ist es auch einfach nur interessant, die rasante Ausbreitung von Modephrasen zu beobachten. So war es zum Beispiel unter (ÖVP-)Politikern eine Weile besonders beliebt, auf die Frage eines Reporters ein ernsthaft-entschiedenes „Wissen Sie …“ vorauszuschicken, während bei der roten Reichshälfte ein „Am Ende des Tages …“ en vogue war.

Über die Modephrasen und -füllwörter des heurigen Wahlkampfs können wir in wenigen Wochen räsonieren. Vorschläge werden ab jetzt entgegengenommen.

 

Immer penetranter verbreitet sich jedoch die sprachliche Unart „Von daher …“ oder noch übler: „Von dem her …“.

NEIN, das klingt nicht feiner als „Daher …“ oder „Deshalb …“ oder „Aus diesem Grund …“!

 

„Von daher“ steht für eine Richtungsangabe:

„Von daher kamen sie nicht, sondern von dort!“

 

In allen anderen Fällen sollte es heißen:

Von daher –> Daher bin ich der Ansicht …“

Von daher –> Deshalb kann man mit Fug und Recht behaupten … “

Von daher –> Aus diesem Grund besteht überhaupt keine Veranlassung …“

Von daher –> So gesehen könnte man sagen …“

 

Daher/Deshalb/Insofern/… ist von der aktuell modernen Verwendung eher abzusehen – auch wenn sich zum Beispiel die DUDEN-Redaktion mittlerweile dem Druck der gesprochenen Sprache ergeben hat und es ganz verschämt auf einem Nebengleis auflistet ( http://www.duden.de/rechtschreibung/von_aus_ab_durch_per_seitens ). Dem sprachlichen Feinspitz stellt es trotzdem immer wieder sämtliche Flimmerhärchen im Ohr auf.