„Warum sagt man eigentlich ,Sprachfuchs‘ zu Leuten, die sich gern in sprachliche Angelegenheiten verbeißen?“, lautete vor einiger Zeit die Frage eines Lesers.

Meistens spielen bei tierischen Konnotationen äußere Merkmale oder Charakterzüge von bestimmten Tieren eine Rolle. Ein sehr beredtes, aber oft auch ungerechtfertigtes Beispiel: die Schneckenpost. Oder die Schlangengrube als Metapher für ein weniger kuscheliges Arbeitsambiente.

Richard Riegler beschreibt den Konnex zwischen Fuchs und Mensch in „Das Tier im Spiegel der Sprache“ so:

„Dem Deutschen eigentümlich ist die metaphorische Verwendung des Wortes ,Fuchs’ zur verächtlichen Bezeichnung gewisser Stände wie F e d e r f u c h s e r, ein geringschätziger Ausdruck für einen Schreiber, oder S c h u l f u c h s, in tadelndem Sinne auf einen pedantischen Schultyrannen angewendet. Der in Norddeutschland gebrauchte Ausdruck P f e n n i g f u c h s e r bezeichnet einen Knicker, der jeden Pfennig zählt, bevor er ihn ausgibt.“

Zur Ehrenrettung der Sprachfüchse kommen in der Abhandlung über den Fuchs aber auch dessen positivere Seiten zur Sprache, wie etwa seine Klugheit, Schlauheit und Listigkeit. Wir gehen also davon aus, dass der S c h l a u f u c h s eher Pate für den Sprachfuchs gestanden ist als die weiter oben genannten Füchse …;)

Rieglers Werk sei übrigens allen sprachlich Interessierten ans Herz gelegt – eine wunderbare Sammlung an Redensarten, Metaphern, Schimpfwörtern, Herkunftserklärungen und Querverbindungen, nicht nur der deutschen, sondern auch der englischen, lateinischen, spanischen, französischen und italienischen Sprache.

Richard Riegler: Das Tier im Spiegel der Sprache, Salzwasser Verlag 2012, ISBN 978-3-86444-371-8 (Nachdruck des Originals von 1907) – mehr Infos dazu zum Beispiel hier.

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